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2. Feb. 2010

Seit 1963 wurden durch Brust-OP weltweit 3,5 Mio. Silikon-Implantate, davon in den USA allein mehr als 2,5 Mio., eingesetzt. Alle Implantat-Hüllen bestehen aus Silikon. Als Füllmaterial für die Silikon-Hüllen bestehen zur Zeit folgende Möglichkeiten:

* Silikongel, kohäsiv (in 2 Stufen der Konsistenz)
* Silikongel, hochkohäsiv (anatomische Form; Tropfenform)
* Kochsalzlösung (Wasser)

Die amerikanische Firma Mentor unterscheidet drei Stufen der Kohäsivität. Bei den runden Implantaten sind das kohäsiv I und II, bei den anatomisch geformten Implantaten kohäsiv III.

Für Brustimplantate der Firma Mentor muss auch kein grundsätzlicher Wechsel der Implantate der neuen Generation durchgeführt werden. Allerdings sollten nach 10 -15 Jahren engmaschigere Untersuchungen durchgeführt werden, um Rupturen frühzeitig zu erkennen.

Die Oberfläche der Brustimplantate kann glatt oder aufgerauht (texturiert) sein. Texturierte Brustimplantate wurden 1987 eingeführt, um das Auftreten von Kapselfibrosen (Verhärtungen der Brust) deutlich zu verringern. Allerdings sind die Hüllen der texturierten Brustimplantate dicker und bei sehr dünnen Frauen häufiger tastbar, sodass bei diesen Patientinnen eher ein glattes, weicheres Implantat eingesetzt werden sollte, als ein texturiertes.

Brustimplantate werden in zwei unterschiedlichen Grundformen, rund und anatomisch (Tropfenform) angeboten. Bezüglich der Profile gibt es unterschiedliche Verhältnisse von Höhe (Projektion) und Breite (Basis).

Die Auswahl der Brustimplantate muss nach den Wünschen der Patientin und den anatomischen Gegebenheiten durchgeführt werden.

Brustimplantate mit glatten Oberflächen haben eine weichere Hülle und sind durch eine dünne Haut weniger spürbar. Die Brustimplantate mit texturierter Oberfläche haben eine festere Hülle, die sich bei sehr dünnen Weichgewebsverhältnissen der Patientin an Rändern auch ertasten lassen kann.

Ein Brustimplantat sollte weich sein, dem natürlichen Brustgewebe in der Konsistenz etwa entsprechen. Es sollte beständig sein und gut vertragen werden. Es sollte bei einer Mammographie die Röntgenstrahlen durchlassen, um das Brustgewebe optimal beurteilen zu können.

Aus den derzeit zur Verfügung stehenden Füllmaterialien kann nach genauer Kenntnis der Vor- und Nachteile ein Implantattyp ausgewählt werden.

Nochmaliger Hinweis:
Die Hüllen aller Brust-Implantate, unabhängig vom Füllmaterial, bestehen immer aus Silikon. Die Form der Brustimplantate ist verschieden. Die zwei Grundtypen sind zum einem rund und zum anderen tropfenförmige (anatomische) Brustimplantate. Daran ist zu erkennen, dass bei der Wahl des Brustimplantates nicht nur die Größe und das Volumen von Wichtigkeit ist, sondern die individuellen Gegebenheiten bei der Patientin.

Im Allgemeinen werden texturierte Brustimplantate verwendet. Sehr dünnen Patientinnen, bei denen auch eine Brustimplantatverlagerung unter den Brustmuskel nicht ausreichende Bedeckung ergibt, können auch glatte Brustimplantate, die weniger tastbar sind, benutzt werden. Die häufig angewendeten runden Brustimplantate mit ihren diversen Formen ergeben in aller Regel schöne, ästhetische Ergebnisse durch eine Brustoperation. In den letzten Jahren sind anatomisch geformte Brustimplantate (Tropfenform) dazugekommen. Bei diesen Brustimplantaten sind die oberen Anteile flacher. Sie sind jedoch durch eine hohe Kohesivität härter und im Randbereich eher zu tasten.

Die mit Gel gefüllten kohäsiven Brustimplantate fühlen sich natürlicher an und können bei einer Ruptur der Hülle ihre Form erhalten. Das anatomische Brustimplantat erfordert aber einen etwas längeren Schnitt.

Alle genannten Füllmaterialien haben Vor- und Nachteile, die im Einzelnen mit den Patientinnen diskutiert werden müssen.

Die in den Medien negativ bewerteten früheren Brustimplantate waren allesamt silikongelgefüllt und hatten glatte, dünne Hüllen mit sehr dünnflüssigem Silikongel. Die neuen Brust-Implantate, die seit 1989 hergestellt werden, haben wesentlich dickere Silikonhüllen, welche aufgerauht bzw. texturiert sind. Das Silikongel ist hierbei kohäsiver, d.h. fester. Seit einigen Jahren verwenden wir das nochmals deutlich verbesserte Nachfolgeimplantat der amerikanischen Firma, die das erste Brustimplantat herstellte.

Die Vorteile der neuen Brustimplantate sind:

* Ein Platzen der Hülle der von mir verwendeten amerikanischen Brustimplantate ist sehr viel seltener.
* Eine Verhärtung der Brust (die bei glatten Brustimplantat-Hüllen zwischen 30 und 50 Prozent vor kam) ist nun laut internationaler Studien nur noch unter 10 Prozent nachzuweisen.

Für welches Füllmedium Sie sich entscheiden, ist erst nach gründlicher Aufklärung durch einen Plastischen Chirurgen zu treffen. Sollten Zweifel bestehen, sind kochsalzgefüllte Brustimplantate sicher als erste Wahl anzusehen. Allerdings sind hier die möglichen Nachteile: festere Brust, kürzere Haltbarkeit, Bruch des Ventils (ca.6%).

Brustimplantate müssen nicht unbedingt ihr ganzes Leben lang halten. Allerdings gibt die Firma Mentor mit dem PatientSafe Coverage Programm eine lebenslange Brustimplantat-Austauschgarantie. Eine wesentliche Vorraussetzung für die Gewährung ist, dass Ihr Brustimplantat von einem qualifizierten und zugelassenen Chirurgen, entsprechend der anerkannten chirurgischen Verfahren in einer Brustoperation eingebracht wurde.

Brustimplantate sind in der höchsten Risikoklasse (Klasse III) für Medizinprodukte eingestuft. Ihre Zulassung wird durch eine CE – Kennzeichnung dokumentiert. Durch diese Richtlinien für Medizinprodukte werden hohe Anforderungen an die Gewährleistung von Qualität und Sicherheit der Implantate gefordert.

Das Europäische Parlament hat zusätzlich eine strengere Aufklärung als Vorraussetzung für die Einwilligung zu dem operativen Eingriff, die Einrichtung nationaler Implantatregister und die Langzeitbeobachtung der Patientinnen mit Brustimplantaten verlangt.

Praxisklinik Dr. Hörl, München

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