Seiten

Kategorien

Archive

12. Feb. 2010

Übergewicht und Adipositas zählen aktuell nicht nur in den Medien, sondern vor allem in der Gesundheitspolitik, zu den brisantesten Themen. Laut einer Veröffentlichung in der Zeitschrift „Chirurgische Gastroenterologie“ muss davon ausgegangen werden, dass bis zum Jahr 2040 die Hälfte der erwachsenen Weltbevölkerung einen BMI über 30 kg/m² haben wird und damit adipös ist. Auch in Deutschland ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung übergewichtig (BMI >25 kg/m²) und knapp 10 Millionen leiden an behandlungsbedürftiger Adipositas (BMI > 30 kg/m²).

Die durch die Adipositas bedingten Begleiterkrankungen stellen das eigentliche medizinische Problem dar. Hierzu zählt der Diabetes mellitus, der Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen, Inkontinenz, das Schlaf-Apnoe-Syndrom, frühzeitiger Gelenkverschleiß (Arthrose) sowie das gehäufte Auftreten verschiedener Krebsarten. Die hierdurch verursachten Kosten belaufen sich auf ca. 70 Mrd. € im Jahr 2010. Um der stetigen Zunahme der Adipositas Einhalt zu gebieten, ist Prävention die einzig sinnvolle Maßnahme. Diese setzt sich zusammen aus Verhaltens-, Bewegungs- und Ernährungstherapie.

Liegt jedoch eine behandlungsbedürftige Adipositas (BMI > 30kg/m²) vor, so sind die o.g. Maßnahmen alleine oft nicht mehr ausreichend. Eine sinnvolle Ergänzung stellt hier der Magenballon dar.

Der Magenballon wird ambulant bei einer Gastroskopie in den Magen eingebracht. Der weiche, dehnbare Silikon-Ballon wird dabei mit ca. 600 ml blaugefärbter, steriler Kochsalzlösung gefüllt. Der Magenballon erleichtert es damit ohne Diät und ohne operativen Eingriff eine Strategie zur Verhaltensmodifikation zu verfolgen. Durch die permanente Teilfüllung des Magens wird das Sättigungsgefühl wesentlich schneller erreicht und damit die Nahrungsaufnahme deutlich reduziert. Dadurch wird eine Gewichtsreduktion ohne Hungergefühl möglich. Die deutliche Gewichtsreduktion verbunden mit einem neuen Essverhalten macht eine Bewegungstherapie möglich, die langfristig einen wichtigen, gewichtsstabilisierenden Faktor darstellt.

Der Magenballon eignet sich für Patienten mit behandlungsbedürftigem Übergewicht und einem BMI ab 28 kg/m² und stellt die letzte nichtoperative Möglichkeit zur Gewichtsreduktion dar. Der dauerhafte Erfolg der Magenballontherapie hängt entscheidend vom Willen und der Compliance des Patienten ab, wieder normalgewichtig zu werden.

Keine Kommentare »

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar schreiben

RSS-Feed für diese Kommentare. | TrackBack URI

Neueste Artikel

iPhone & Co.

Auf vielen Handys können Sie die Beauty-Friends in optimierter Darstellung abrufen:

@beauty4friends